Klumpfußbehandlung nach dem Berliner Konzept
Das Berliner Konzept ist eine Kombinationstherapie aus Ponseti und Bonnet-Dimeglio.
Schnellstmöglich nach der Geburt erfolgt die Gipsredressionstherapie nach Ponseti. Dabei werden Oberschenkelgipse, welche wöchentlich gewechselt werden, angelegt. Sie korrigieren den Fuß nach und nach. Es wird solange gegipst, bis ein gutes Ergebnis der Fehlstellungen des Klumpfußes erreicht ist.
Bei der Therapie nach Bonnet-Dimeglio wird der Fuß manuell behandelt, dann getapt und ein Unterschenkelgips angelegt. Es wird bei dieser Methode der gesamte Fuß korrigiert, d.h. auch der Rückfuß wird miteinbezogen im Gegensatz zur Ponseti-Methode, die sich stark auf den Vorfuß konzentriert. Somit bietet die Behandlung nach Bonnet-Dimeglio insgesamt eine bessere Korrekturmöglichkeit des Fußes. Dadurch sind im Behandlungsverlauf weniger Tenotomien (Durchtrennungen) der Achillessehne notwendig.
Trotzdem muss bei beiden Methoden immer wieder im Verlauf geschaut werden, ob eine Tenotomie notwendig ist, um den Fersenhochstand infolge einer Achillessehnenverkürzung zu korrigieren. Die Fersenposition ist auch entscheidend für das Gesamtergebnis der Fußstellung.
Nach guter Primär-Korrektur des Klumpfußes erfolgt nach der Gipsbehandlung die weitere Therapie zusammen mit speziell ausgebildeten Physiotherapeut*innen, diese sind mit der Tape-Technik und den manuellen Handgriffen vertraut.
In der physiotherapeutischen Behandlung werden die Füße mit bestimmten Grifftechniken manuell redressiert und anschließend mit einer speziellen Tapeanlage und angepassten Unterschenkelgipsschalen versehen. Die Gipsschalen werden je nach Wachstum alle 3-4 Wochen neu angefertigt und somit auch immer wieder der Fußstellung angepasst. Mit zunehmender Mobilität des Kindes erfolgt eine Reduzierung der ganztägigen Tragedauer der Unterschenkelgipsschale auf die nächtliche Schlafenszeit. Da auch die Knie- und Hüftgelenke frei beweglich bleiben und nicht, wie bei Ponseti auf einer Schiene fixiert werden, können sich die Kinder tagsüber optimal bewegen. Es ist somit ein Vorteil für die sensomotorische Entwicklung des Kindes. Nach Laufbeginn wird nicht mehr getapt, und es werden spezielle Unterschenkelnachtlagerungsorthesen angefertigt. Diese sollten bei einem Orthopädietechniker*in, der/die ebenfalls mit der Behandlungsmethode vertraut ist, angefertigt werden.
Wichtig ist: (egal, ob Ponseti oder Bonnet-Dimeglio)
Klumpfüße müssen besonders in den ersten Lebensjahren konsequent behandelt werden, um ein Rezidiv, d.h. eine erneute Klumpfußfehlstellung, zu vermeiden. Es besteht Einigkeit in der Dauer der Schienen-/Orthesenbehandlung. Das betroffene Kind sollte mindesten 3-4 Jahre für die Nacht mit einer Schiene/Orthese versorgt werden.
Nähere Informationen: kinderorthopaedie.berlin
ALLE THERAPIEN
Dreidimensionale manuelle Fußtherapie auf neurophysiologischer Grundlage nach Zukunft-Huber
In ihrem Therapiekonzept geht Frau Zukunft-Huber von der physiologischen Fußentwicklung während des ersten Lebensjahres aus. Die Therapie dient der Behandlung und Korrektur von kindlichen Fußfehlstellungen.
Sichel-, Serpentinen-, Klump-, Hacken-, Knick-, Senk- und Plattfüße sowie spastische Spitzfüße werden mit speziellen Mobilisations- und Dehngriffen (Muskeln, Bänder, Faszien) behandelt, Gelenkblockaden werden gelöst und im Anschluss mit der Anlage einer entsprechenden funktionellen Binde (elastische Mullbinde) versorgt, um die erzielte Korrektur und die verbesserte Stellung der Fußknochen zueinander über einen längeren Zeitraum zu halten.
Dabei wird die Bewegungsentwicklung des Kindes berücksichtigt und die Beweglichkeit nicht eingeschränkt.
Nähere Informationen: www.zukunft-huber.de
